Endlich wieder Frühling.

the little green 940x360

Als ich im letzten Jahr so viel Inspiration für meine Illustrationen in meinem Garten fand und Blüten, Blätter und Pflanzen einen Großteil meiner verwendeten Objekte ausmachten, fragte mich eines Tages eine Freundin bei Instagram, was ich denn eigentlich im Winter machen würde. Trockenblumen? Topfpflanzen? Oder womöglich gar eine Fotopause? Seitdem sie diese Frage gestellt hatte und mir bewusst wurde, wie sehr meine Arbeit letztendlich von dem zur Verfügung stehenden Material abhing, schaute ich immer mal wieder mit bangem Blick auf die weniger werdenden Blumen in meinem Garten und den somit deutlich bevorstehenden Winter.

Ich glaube, diese Sorge, es könnten einem die Ideen ausgehen, die kennt jeder Kreative, und bei mir war diese Sorge plötzlich verknüpft mit kürzer werdenden Tagen, weniger Tageslicht und einer stillstehenden Natur.

kite lily

Schaut man sich jedoch heute meine Galerie der letzten Monate an, dann steht fest, auch der Winter konnte meine Ideen und Assoziationen nicht bremsen. Vielleicht hat er mich etwas langsamer und ruhiger gemacht, aber aufhalten konnte er mich nicht.

yes balloons hurray

So nahm ich statt Blüten Äste und Gräser und ließ mich von bizarren Formen und Schlichtheit inspirieren. Wenn alles grau und trist war und ich mit meinen Ideen auf der Stelle trat, machte ich einen Winterspaziergang durch die Felder und brachte mit nach Hause, was ich auf meinem Weg fand: kahle Zweige mit schrumpeligen Beeren, vertrocknete Blütenrispen der Hortensie und die Früchte der Birke, die noch vom Herbst an den dürren Ästen hingen.

meet mr deer

Sogar mein Mann schenkte mir eines Tages einen Blumenstrauß mit den Worten: „Ich hab extra Blumen für dich ausgesucht, die ein bisschen schräg aussehen, damit du sie vielleicht für ein Foto verwenden kannst.“

look-out

Und mir fällt auf, dass ich vermehrt Objekte verwendet habe, die ich auf meiner Webseite üblicherweise unter der Kategorie things einordne. Dinge eben, die mich in meinem Alltag umgeben und mir begegnen. So fand ich im Bastelschrank bei meiner Arbeit in der Schule kleine Papiervögel, die das kleine Monster in meiner Illustration fliegen lässt. Ich nahm Reis aus der Vorratskammer und gestaltete damit ein Foto für das neue Jahr 2014. Aus buntem Tonpapier stanzte ich unzählige kleine Schneeflocken aus und stellte dabei gleichzeitig meinen Followern bei Instagram die Frage, ob sie sich jemals gefragt hätten, wie die Welt aussähe, wenn Schneeflocken statt weiß bunt wären. Und beim Aufräumen nach der Weihnachtszeit fand ich sogar einen kleinen Elch in einer zerbrochenen Weihnachtsbaumkugel.

wings to fly

Ich denke, ich bin gut durch die blütenlose Jahreszeit gekommen, und trotz allem war die Freude riesig, als die ersten Blumen nach einem erfreulich kurzen Winter in meinem Garten auftauchten. Ganz klassisch waren es die Schneeglöckchen, die in der Illustration „spring preparations“ den nahenden Frühling ankündigen, gefolgt von ersten grünen Trieben der Lilie und einer einzelnen Blüte vom Krokus. Endlich wieder Frühling.

spring preparations

So starte ich mit meinen Spielkkind Illustrationen in ein neues Garten- und Pflanzenjahr, stelle fest, dass meine Galerie neben all den things auch immer ein Abbild der Jahreszeiten in der Natur ist und freue mich jetzt schon wieder auf Tulpen, Erdbeeren und Rosen.

Kerstin Hiestermann
Lehrerin, Illustratorin und Fotografin aus Hannover, Deutschland

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