12.03.2014

Von Selfies auf Bänken & Foto-Projekt-Liebe

12.03.2014

Von Selfies auf Bänken & Foto-Projekt-Liebe

Als ich neulich für ein Foto-Shooting auf einen Tritt-Hocker stieg, um die Dinge aus der Vogelperspektive zu fotografieren, schoss mir plötzlich eine Erinnerung durch den Kopf. Ich erinnerte mich daran, dass es eine Zeit gab, als ich Woche um Woche nicht nur auf Tritt-Hocker, sondern vornehmlich auf Bänke kletterte. Und das nicht um Dinge von dort aus zu knipsen, sondern um mich höchstpersönlich selbst darauf zu fotografieren. Klingt verrückt, ist es auch irgendwie, aber vor allem war es ein riesengroßer, inspirierender Foto-Spaß!

Damals war ich neben meiner Bloggerei sehr aktiv bei Flickr hatte den Bench Monday für mich entdeckt.

Der Bench Monday war (und ist nach wie vor) ein kollektives Foto-Projekt. Die Regeln sind denkbar simpel:  Stelle Dich auf eine Bank oder etwas bank-ähnliches, schieße ein Foto von Dir und teile es an jedem Montag mit einer internationalen „benching-verrückten“ Foto-Community.

Als ich da auf der Leiter stand, erinnerte ich mich, wie viel Spaß mir diese Aktion immer gemacht hatte. Es war einfach spannend, sich jede Woche auf die Suche nach neuen, möglichst kreativen Szenarios für einen „Bench Shot“ zu machen. In dieser Zeit „benchte“ ich zusammen mit meiner Familie, mit Freunden oder auch allein und nahezu überall, wo es möglich war.

Stand man in der Öffentlichkeit auf Bänken oder ähnlichem herum, um Selbstportraits von sich zu schießen, so blieben vorbeigehende Leute oft unvermittelt stehen und schauten verwundert, belustigt und neugierig zu. Aber auch das war einer der lustigen Seiten dieser Aktion! Man kam mit fremden Menschen ins Gespräch. Ich bin nicht sicher, ob alle so wirklich verstanden, was ich da tat und warum. Höchstwahrscheinlich hielten die meisten mich (oder uns) einfach für bekloppt. Aber das war völlig OK. Es ging um den Spaß an der Sache. Auch auf unseren Reisen wurden so einige Bänke und bank-ähnliche Dinge erklommen. So entstand eine ganze Serie sehr besonderer Urlaubsschnappschüsse, die ich sehr liebe.

Sehr nützlich  sind für Foto-Projekte dieser Art übrigens ein Stativ (gern auch ein Pocket-Stativ), damit man nicht zu viel Equipment herum zu schleppen hat) und ein Fernauslöser für die Kamera. Wahlweise natürlich auch sehr gern ein fotografier-williger Ehemann, der dann aber leider nicht mir auf die Bank klettern kann.

Ich kann es gar nicht glauben, dass ich den Bench Monday so lange vergessen und aus den Augen verloren hatte. Denn tatsächlich sehe ich einen meiner liebsten „Bench Shots“ jeden Tag, wenn ich meinen Blog öffne… als Titel-Header. Wie schön, dass diese Erinnerungen zurück sind. Deshalb betrachtet mein Posting einfach als leidenschaftliches  Plädoyer für regelmäßige Foto-Projekte, besonders für die kreativen und vermeintlich albernen! Sie fordern einen heraus, sie machen Spaß, sie inspirieren und sie können sogar zu einer kollektiven Erfahrung werden. Ob man nun dienstags, am „Face Down Tuesday“, ganz mutig bäuchlings, mit dem Gesicht nach unten, in der Öffentlichkeit herumliegt. Oder ob man sich für ein eher dokumentarisches, ganz persönliches Fotoprojekt entscheidet. So wie meine Blogger-Kollegin Anna Sterntaler, die tagtäglich ihr Outfit in einem Selbstportrait auf ihrem Instagram festhält. Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Menschen, die die Kameras bedienen. Was alle vereint, ist der Spaß am Fotografieren.

Ich sollte dringend mal wieder auf Bänken herumstehen und Selbstportraits schießen. Wirklich.
Und Ihr?

Nic Hildebrandt

Nic ist Bloggerin seit 2006. Sie liebt das Reisen und gutes Essen. Sie ist freiberufliche Textildesignerin, zwanghafte Selbermacherin und passionierte Fotoknipserin.

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