13.11.2014

Das monochrome Paris und meine Suche nach Farben

13.11.2014

Das monochrome Paris und meine Suche nach Farben

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Für mich ist die Fotografie vor allem ein Spiel mit dem Licht und mit den Farben und wer meinen Blog kennt, der weiß, ich liebe Farben! Eigentlich kann es für ich nicht bunt und farbenfroh genug sein, aber ich mag trotzdem auch die leisen und dezenten Töne der Farbpalette. Wenn ich auf Reisen bin, finde ich es spannend und inspirierend, bei meinen Fotospaziergängen nach bestimmten Farbtönen Ausschau zu halten und diese im Bild festzuhalten. So entstand an einem leicht nebligen Tag in Paris, an dem die Farben sowieso ohne Leuchtkraft und wie mit einem Schleier überzogen schienen, eine ganze Bilderserie in den Schattierungen von Weiß.

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Mein Auge und auch meine Kamera blieben auf meinem Weg durch Paris immer wieder am Unbunten, am Monochromen hängen. Dabei ist Weiß in Wahrheit gar nicht unbunt. Weiß ist die Summe aller Farben und doch kommt es uns farblos vor. Faszinierend, nicht wahr? Mir ging durch den Kopf, das für impressionistischen Maler das Weiß eine Nichtfarbe war. Der Impressionismus, der hier in Frankreich seinen Ursprung hatte, versuchte vor allem das  Licht einzufangen und die Farbe Weiß war dabei sein wichtigstes Stilmittel. Nun, an diesem Tag sollte die Nichtfarbe Weiß das Gestaltungsmittel für meine Fotografie sein.

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Als ich später meine Paris-Bilder sichtete, faszinierte mich wie so oft, welche Wirkung Farben haben können und wie sie mit Ihrer Symbolik die Empfindungen des Betrachters beeinflussen. Weiß steht für Reinheit, für Leichtigkeit, für das Ewige, das Vollkommene, das Einfache und Reduzierte. Doch trotz der vielen positiven Assoziationen, die wir in unserer Kultur dieser Farbe entgegenbringen, finde ich, dass die Farbe Weiß auch immer ein bisschen Melancholie in sich trägt. Wie der Nebelschleier über der Stadt hatte sich ein Hauch von Melancholie über meine Fotografie gelegt.

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Ich habe eine generelle Vorliebe für Fotoserien, die einen bestimmten Farbton aufgreifen. Vielleicht ist das so, weil ich das Thema Farbpsychologie so spannend finde. Denn während Paris an diesem nebelverhangenen Tag zurückhaltend, leise und melancholisch wirkt, kann es an einem anderen Tag energiegeladen, lebendig und selbstbewusst erscheinen! Eine Farbe kann einen Eindruck völlig verändern. Seht es selbst, wenn ihr diese Fotoserie hier mit einer anderen vergleicht, die auf der gleichen Reise entstand… ihr Thema war Rot! Farben haben die Fähigkeit, Emotionen in Menschen hervorzurufen. Das das ist eine Macht, die ich sehr gern für meine Fotografie nutze und ganz bestimmt auch ein Grund dafür, dass ich Fotoserien liebe, die wie eine monochromatische Farbpalette wirken. Bilder, die innerhalb einer Farbfamilie gestaltet wurden, ergeben auf ganz natürliche Weise ein harmonisches Ganzes.

Versucht es selbst einmal. Vielleicht inspiriert Euch diese Bilderreihe ja dazu, auf eurem nächsten Foto-Spaziergang die Augen nach einer bestimmten Farbe offen zu halten. Ihr werdet erstaunt sein, welche auch noch so alltäglichen Details Euch plötzlich auffallen. Sammelt einzelne Farben in Euren Bildern und lasst sie später in Ihrer Gesamtheit auf Euch wirken. Wenn Ihr gern mit Bildbearbeitungsprogrammen arbeitet, überlegt, welche Art des Editierens die Atmosphäre Eurer monochromen Bilder noch verstärken kann. Das Rot leuchtet vielleicht lebendiger mehr mit etwas mehr Sättigung und einem wärmeren Farbfilter. Das Weiß scheint noch reiner und zarter mit einer Erhöhung der Helligkeit, etwas künstlicher Überbelichtung sowie einem kälteren Farbfilter. Bestimmt macht Euch das Spiel mit den Farben genau so viel Freude wir mir.

Eure Nic

Nic Hildebrandt

Nic aka “Luzia Pimpinella” ist Bloggerin aus Leidenschaft seit 2006. Sie liebt das Reisen und gutes Essen. Sie ist freiberufliche Textildesignerin, zwanghafte Selbermacherin und passionierte Fotoknipserin.

Sie bloggt auf luzia pimpinella und Ihr findet sie auch auf Instagram, Facebook und Twitter.

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